Mountainbike Sport: Die wichtigsten Grundlagen und Entwicklungen
Seit den 1970er Jahren ist das Mountainbike, kurz auch MTB, bekannt. Der Begriff stammt aus dem Englischen und steht für Bergfahrrad oder Geländefahrrad. Damit gemeint ist ein Rad, welches so konzipiert wurde, dass es selbst fern von allen befestigten Straßen, auf Waldwegen, im Feld und auf anderem unwegigen Gelände problemlos fahren kann. Heute ist das Mountainbike deshalb auch eher als Sportgerät anzusehen, denn als Verkehrsmittel, mit dem man sich fortbewegen kann. Das ist ebenso der Grund dafür, dass Mountainbikes nicht der Straßenverkehrszulassungsordnung unterstehen. Damit müssen keine Beleuchtungen, Klingeln und Rückstrahler an diesen Rädern befestigt werden.
Vorwiegend werden Mountainbikes heute im sportlichen Bereich, bei speziellen Rennen, wie dem Pan-American Mountain Bike Championships und vielen anderen Rennen eingesetzt. Doch ein Blick zurück in die Geschichte des Mountainbikes zeichnet ein ganz anderes Bild dieses Fahrrads.
Die ersten Entwicklungen der Mountainbikes
Erstmals wurde nach sportlichen und robusten Fahrrädern im Jahr 1973 gesucht. Damals nutzen Sportler rund um Joe Breeze, Gary Fischer und Charles Kelley die alten Schwinn Cruiser für die Abfahrten am Mount Tamalpais in Marin County, Kalifornien. Sie verwendeten die Schwinn Cruiser, die vorwiegend zu Beginn der 1930er Jahre genutzt wurden als reine Abfahrräder. Der Grund dafür liegt in der robusten und schweren Fertigungsweise. Dennoch eigneten sich die Schwinn Cruiser, die alles andere als sportliche Fahrräder waren, besser für die bergigen Abfahrten, als die damals schon vorhandenen Rennräder. Trotzdem eigneten sie sich lediglich für die Abfahrt und konnten bergauf kaum eingesetzt werden.
Die ersten regelmäßig stattfindenden Mountainbike Rennen begannen im Jahr 1976, ebenfalls am Mount Tamalpais. Diese ersten Rennen sorgten auch dafür, dass weitere Entwicklungen hin zu sporttauglichen und robusten Fahrrädern stattfanden. Anfangs bediente man sich noch robusterer Teile, wie Lenker und Bremsen, von Motorrädern. Erstmals wurde ein eigenes Mountainbike 1977 von Joe Breeze für Charles Kelley hergestellt. Hierbei orientierte sich Breeze am Aufbau der alten Schwinn Cruiser. Ab 1979 kam auch Tom Ritchey zur Gruppe hinzu und man begann mit dem professionellen Aufbau der Räder, sowie deren Vertrieb. Damals entstanden auch die ersten Hersteller von Mountainbikes, sowie viele sehr kleine Manufakturen, die aber mittlerweile fast allesamt wieder vom Markt verschwunden sind.
Das erste Bike mit Gangschaltung
Schließlich war es auch Gary Fisher, der das Mountainbike mit einer Gangschaltung versah. Er konnte ebenfalls die Daumenschaltung und den Schnellspanner am Sattel entwickeln, der den Rennfahrern der ersten Stunde einige Erleichterungen verschaffte. Denn fortan musste der Sattel nicht mehr aufwändig ganz nach unten gestellt werden, um halb stehend die Abfahrten zu nehmen. Zunehmend wurde beim Mountainbike auf leichte Materialien geachtet, bis Joe Breeze 1977 den ersten Rahmen schweißte, der aus dicken Chrom-Molybdän-Rohren bestand, die sehr dünnwandig waren. Dadurch gelang es, das Gesamtgewicht auf unter 18 Kilogramm zu drücken.
Weitere Entwicklungen der Mountainbikes
Später, in den 1980er Jahren, gewann der Mountainbike Sport zunehmend an Bedeutung. Mountainbikes wurden deutlich häufiger, als alle anderen Räder verkauft und auch in Europa erkannte man die neue Trendsportart. Folglich wurden die Mountainbikes gleichermaßen immer weiter entwickelt und statt der dünnen Stahlrohre wurde nach alternativen Materialien, wie Aluminium, Kohlefaser und Titan gesucht. So entstand im Laufe der Jahre eine Vielzahl unterschiedlichster Mountainbikes, die auch mit immer aufwändigeren technischen Hilfsmitteln ausgestattet waren.